Social Return on Investment. Strukturwandel und Modellregion am Beispiel der Lausitz.

Ausgangsbedingungen und Studiendesign

  • Andreas Ossendorf FOM Berlin
Keywords: Social Return on Investment, Investitionen, Gesundheitswirtschaft, Bildungspolitik, Regionalentwicklung, öffentlicher Sektor, Medizinische Fakultät, Strukturwandel, Lausitz.

Abstract

Zusammenfassung

 

 

Hintergrund

Deutschland hat sich im Konsens verpflichtet, bis zum Jahre 2038 aus der Kohleverstromung auszusteigen. Dies zieht einen regionalen und sektoralen Strukturwandel in mehreren Bundesländern nach sich. Für eine "sozialverträgliche" Ausgestaltung dieses Strukturwandels stellt die Bundesregierung einen Fonds mit rund 40 Milliarden (Mrd.) Euro (€) zur Verfügung.

 

Problematik

Brandenburg stehen Mittel in Höhe von ca. zehn Mrd. € zur Verfügung, mit deren Hilfe der Wirtschafts- und Sozialraum Lausitz stabilisiert und weiterentwickelt werden soll.

In der Lausitz leben ca. 1,15 Millionen (Mill.) Menschen. Mit diesen zweckgebundenen Investitionen sollen u.a. durch einen Ausbau von Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen und, damit einhergehend, durch Neuansiedlungen von Unternehmen und Menschen neue Zukunftsperspektiven für die Region nach dem Ende des Bergbaus geschaffen werden.

 

Methodik

Mit Hilfe eines adaptierten Social Return on Investment-Ansatzes (SRoI, Input-Output-Modell) soll die Frage beantwortet werden, welcher gesellschaftliche Nutzen durch diese Investments erzielt werden könnte und tatsächlich wird. Dabei ist SRoI eine Erweiterung des ursprünglich wirtschaftswissenschaftlichen Returns on Investment-Konzeptes (RoI) und ermittelt den Nutzen sozialen Handelns.

Die Begriffe gesellschaftlicher Nutzen (oder soziale Rendite) sind in einem genuin sozialwissenschaftlichen Diskurs definiert, der aufgegriffen wird, um ein möglichst breites gemeinsames Verständnis herzustellen, das sich auf Themen, Handlungsziele und die Wege dorthin bezieht.

 

Erwartete Ergebnisse

Es wird eine Entscheidungsgrundlage entwickelt werden, wie die Regionalentwicklung angesichts des begonnenen, tiefgreifenden Strukturwandels gestaltet werden könnte und welche Investitionsmaßnahmen hierzu sinnvoll und nachhaltig sind.

Dafür wird das Vorhaben zur Etablierung einer staatlich getragenen Medizinischen Fakultät in Cottbus als Referenzobjekt herangezogen und dessen Sozialrendite ermittelt. Die zu erwartenden ökonomischen, demografischen und sozialen Auswirkungen werden diskutiert und im weiteren zeitlichen Verlauf evaluiert. Darauf aufbauend werden verschiedene Szenarios prognostiziert: Je nachdem, in welche Bereiche Investments geleitet werden, können Trends für verschiedene Stellgrößen wie Bevölkerungsentwicklung, Alterspyramide, Qualifizierung und Beschäftigungsgrad abgeleitet und dadurch verschiedene Szenarios bis 2038 entworfen werden: Szenarios für die Lausitz, die sich unterscheiden im Hinblick auf zunehmende, stagnierende oder ab nehmende regionale Attraktivität, eine veränderte soziale Mobilität und unterschiedliche politische Präferenzen.

Published
2021-11-27